Statement
Deutsche Wirtschaft geht geschwächt in Trumps zweite Amtszeit

„Die deutsche Wirtschaft startet geschwächt in Trumps zweite Amtszeit. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal um 0,2 Prozent gesunken. Die Wellblech-Konjunktur, bei der sich Anstiege und Rückgänge des Bruttoinlandsprodukts abwechseln, hält damit bereits seit drei Jahren an. Die Aussichten, dass Deutschland sich in diesem Jahr nachhaltig aus der Stagnation befreien kann, sind schlecht. International läuft die deutsche Wirtschaft derzeit der Musik hinterher. Rückschläge aufgrund von neuen Zöllen oder geopolitischen Spannungen wären für Deutschland angesichts der ohnehin schwachen Wirtschaftslage schmerzhafter als für viele andere Länder.
Das etwas bessere Geschäftsklima im Januar macht Hoffnung, dass ein erneuter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal vermieden werden kann. Ob sich das Geschäftsklima in den kommenden Monaten nachhaltig aufhellt, ist jedoch fraglich. In Anbetracht des raueren geopolitischen Umfelds droht neuer Gegenwind aufgrund von Handelskonflikten und erhöhter Unsicherheit. Da nach den Neuwahlen noch einige Zeit verstreichen wird, bis eine neue Bundesregierung voll handlungsfähig ist, werden wirtschaftspolitische Impulse auf sich warten lassen. Durch die vorläufige Haushaltsführung des Bundes könnte die wirtschaftliche Aktivität gerade zu Jahresbeginn gedämpft werden, auch wenn die Auswirkungen auf das Gesamtjahr wohl gering sein werden. Insgesamt spricht vieles dafür, dass sich die Seitwärtsbewegung beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr fortsetzt.
Die Exporte setzten im vierten Quartal ihren Sinkflug fort. Aufgrund der gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen und des weltweit protektionistischeren Kurses sind für das Jahr 2025 keine größeren Impulse zu erwarten. Vielmehr droht den Exporten im laufenden Jahr ein erneutes Minus. Der private Konsum hat im vierten Quartal zugelegt. Stärkeren Anstiegen dürfte allerdings entgegenstehen, dass die Reallöhne nun deutlich langsamer zulegen werden als im vergangenen Jahr. Eine spürbar höhere Dynamik beim privaten Konsum wäre nur zu erwarten, wenn sich die Stimmung der Konsumenten nachhaltig aufhellt und sie ihre Sparquote reduzieren. Das Konsumklima war aber bis zuletzt eingetrübt.“